Schlechte Verdauung








Thema: SCHLECHTE VERDAUUNG !

Willkommen auf der "homepage" von Kurt Schmidt !


Ich möchte Sie mit meinen 20-jährigen Erfahrungen über "Verdauungsbeschwerden" vertraut machen.


Dazu ist die Frage zu stellen:

Sind Verdauungsbeschwerden auf ein "Reizdarmsyndrom" zurückzuführen oder handelt es sich um eine "organische Krankheit der Bauchspeicheldrüse"?

Von einer richtigen Diagnose dieser Hypothesen ist das Wohl oder Wehe des Patienten abhängig, weil folglich auch unterschiedliche Therapieansätze infrage kommen.

Menschen mit Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Völlegefühl, Magenschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gewichtsabnahme) sind gegenüber diesen Symptomen oft ebenso hilflos wie Ärzte, denen mangels entsprechender Kenntnisse und Möglichkeiten ausreichender Kostendeckung durch die gesetzlichen Krankenkassen die Basis fehlt, um die adäquate Diagnose einzuleiten und entsprechend zu therapieren.


So wird etwa der sogenannte "Reizmagen", für den es keine eindeutigen Beweise gibt, zum Ausdruck der Hilflosigkeit und Fehl-Medikationen einer möglichen Krankheit, die längst als "Dysfunktion exokriner Pankreas" (Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse) erkannt ist und behandelt werden könnte, wenn nicht gar eine "Pankreasinsuffizienz" vorliegt.
Bei einer Pankreasinsuffizienz (Schwäche der Bauchspeicheldrüse) handelt es sich um einen 95%igen Ausfall von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse, während es bei einer Dysfunktion exokriner Pankreas um eine rythmische Funktionsstörung geht, die qualitativ und quantitativ unterschiedliche Enzyme ausschüttet und sich zusätzlich mit Phasen normaler Funktion abwechselt. Hier ist die äußere Funktion der Bauchspeicheldrüse betroffen, nicht der innersekretorische Part der Insulinproduktion, im Regelfall jedenfalls noch nicht.

Während eine "Pankreasinsuffizienz" leicht durch eine Stuhluntersuchung über den Nachweis der "pankreatischen Elastase 1", einer Vorstufe der Bauchspeicheldrüsen-Enzyme diagnostiziert oder ausgeschlossen werden kann, verlangt die Erkennung auf "Dysfunktion exokriner Pankreas" wesentlich differenzierende und damit aufwendigere Untersuchungen, die damit auch kostenträchtiger und für viele Personen unrealisierbar werden.

Infolge der unterschiedlichen Funktionsleistung der Bauchspeicheldrüse bei "Dysfunktion" ist diese nicht immer schon bei den ersten Stuhlproben (3 Einzelproben von aufeinanderfolgenden Tagen) zu erkennen. Sie müssen unter Umständen 2 - 3 mal wiederholt werden, will man Gewissheit haben.
Dies ist deswegen von Bedeutung, weil die oben beschriebene Funktionsstörung in unterschiedlichen Phasen abläuft, wodurch die Stuhlproben dem Zufall ausgesetzt sind.

Zu einer qualifizierten Diagnose gehören:
- Mikroskopische Untersuchung auf unverdaute Nahrung,
- Messung
der Chymotrypsin-B-Konzentration,
der Pankreas-Elastase 1,
von Alpha-1-Antitrypsin,
der ph-Werte und
der quantitativen Fettausscheidung.
- Der Pankreasauryl-Test ist im Serum zu bestimmen.
- Die Untersuchung der Darmflora (Der Kassenarzt 29/30/96).

Darüber hinaus empfiehlt sich ein "Mikronährstoff-Sreen" im Vollblut (Kalium, Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Zink, Selen, Vitamin B 6) sowie eine ergänzende Beurteilung der Verdauungsleistung von Stickstoff, Zucker und Stärke (Labor, Ganzimmun, Mainz).

Die in medizinischen Fachbüchern genannten Stimulations-Tests können eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse nicht nachweisen, da eine Injektion von Sekretin einen Ausstoß von Enzymen und Bikarbonat in ausreichender Menge bewirkt. Denn als Folge einer solchen Stimulation funktioniert auch eine geschwächte Bauchspeicheldrüse im Gegensatz zu einer Pankreasinsuffizienz, bei der ein nahezu vollständiger Enzym-Ausfall zu beklagen ist.

Ist neben bestimmten Beschwerden auch ein Gewichtsverlust zu verzeichnen und sind andere mögliche Ursachen (Lactoseintoleranz, Fructoseintoleranz, Zöliakie) ausgeschlossen worden, werden die vorgenannten Untersuchungsparameter umso dringlicher.

Als Ursachen einer organischen Erkrankung der Bauchspeicheldrüse werden genetische Bedingtheit, vegetative und nervale Einflüsse sowie höheres Lebensalter vermutet. Es kann aber auch eine vorausgegangene Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) ausschlaggebend gewesen sein, abgesehen von operativen o.ä. Verlusten.



Therapie:

Mindestens so schwierig wie die Diagnose wird nach aller subjektiven Erfahrung auch die entsprechende Therapie werden.
Die verschwindend geringen fachärztlichen Beurteilungen reichen von der ausschließlichen Gabe von Pankreas-Enzymen, die zu substituieren sind, bis zur ergänzenden Darreichung von Bikarbonat und Magnesium.
Mit einer in das Ermessen des Arztes gestellten Verordnung ist der Patient allerdings wesentlich auf eigene Versuche angewiesen, die von der speziellen Verträglichkeit des Enzympräparates, dessen Menge und dem Zeitpunkt der Einnahme bis zu den ergänzenden Komponenten wie Natriumhydrogencarbonat und Magnesium reichen.
Dazu können weitere Medikationen infrage kommen, wenn gleichzeitig eine unzureichende Magensaftsekretion hinzukommt. Dies zu diagnostizieren, bedarf es glücklicherweise keines belastenden Krankenhausaufenthaltes, sondern kann durch einen einfachen Test mittels sogenannter "Desmoid-Pillen" festgestellt werden. Ihr Bezug ist durch die "Apotheke am Eschenheimer Turm" , Frankfurt am Main, Tel.: 069-281171 möglich.

Als Faust-Regel für die Enzym-Substitution, z.B. Kreon, gilt: Pro Gramm Fett 2.000 Einheiten Lipase.
Die Möglichkeit der Einnahme von Bikarbonat reichen, durch die knappe Auswahl der Präparate bedingt, von 500 mg (Nephrontrans) bis 1 Gramm (bicaNorm).
Sehr individuell ist auch Magnesium zu dosieren, je nach dem, ob auch Muskelschmerzen zu beklagen sind, wobei die Grundregel lautet: Soviel Magnesium, um gerade schmerzfrei zu bleiben. In der Literatur werden allgemein 400 mg tgl. für tauglich und unschädlich gehalten. Eine gute Dosierung ist mit "Grandelat mag 60" möglich, ein eiweißgebundenes gut verdauliches Präparat.
Klar müßte eigentlich sein, daß neben der mangelnden
Enzymproduktion (Lipase, Amylase, Protease) auch entsprechend weniger Bikarbonat von der Bauchspeicheldrüse erzeugt wird, welches daher ebenfalls ersetzt werden muß, was allerdings von fachärztlicher Seite unterschiedlich beurteilt wird. Fest steht aber, daß Enzyme nur wirksam werden können, wenn auch ausreichend Bikarbonat vorhanden ist.
Sinnvollerweise geschieht eine Aufnahme in magensaftresistenter Form, nicht nur für das Bikarbonat, auch für die Enzyme, denn die allgemein verwendeten magensaftresistenten Pankreasenzyme wie Kreon, Unexym-mono-Drag., Pascopankreat u.a. benötigen ein saures Magenmilieu, aber einen beinahe neutralen ph-Wert im Zwölffingerdarm, um wirksam werden zu können. Hiernach bieten sich entsprechende Präparate wie "bicaNorm" oder "Nephrotrans" an, ganz im Gegensatz zu früherer Zeit, als noch "Kaisers Natron" empfohlen wurde.
Das ebenfalls erhältliche "Ventracid N" sollte im Hinblick darauf kritisch bewertet werden, daß es auch den Wirkstoff "Curcuma" enthält, welches nach einer Untersuchung israelischer Forscher die Krebsabwehr schwächt.
Eine fehlende Substitution von Bikarbonat birgt die Gefahr einer nachfolgenden Dysbakterie (Fehlbesiedelung des Darms), wonach die Darmflora zusammenbrechen kann, die zur Vitaminsynthese aber wichtig ist, besonders für Vitamin A, welches den Erhalt der Darmschleimhaut sichert.
Saure Nahrung bedarf einer höheren Dosis von Bikarbonat als neutrale oder basische Nahrung.

Da Magnesium an 300 Verdauungsprozessen beteiligt ist, die Aktivität der Enzyme im Darm zu steigern vermag und bei vorliegender Krankheit nicht ausreichend abgesondert wird, empfiehlt sich auch dessen Berücksichtigung, und zwar unabhängig von den Mahlzeiten, da sonst mit der gleichzeitigen Einnahme von Natron Nahrungsphosphate ausgeschieden werden können.
Zuviel Magnesium wiederum kann den Calciumgehalt im Blut beeinflussen, so daß entsprechende Laborüberwachungen angezeigt sind.
Dies ist auch bei Natron-Substitution vonnöten, um die Plasma-Elektrolyte Natrium, Kalium, Calcium zu überwachen.

Bei Magensäuremangel muß wegen der Bedeutung eines sauren Magenmilieus versucht werden, dieses durch entsprechende Präparate (Pepzitrat, Citropepsin oder Unexym MD) zu erreichen. Ist nämlich nicht genug Magensäure vorhanden, können auch krankmachende Bakterien über den Darm ins Blut dringen. Außerdem ist ausreichende Magensäure für die Vorverdauung von Eiweiß unerläßlich.
Unabhängig von einer kranken Bauchspeicheldrüse sind dadurch weitere dyspeptische Beschwerden denkbar, was von manchen Gastroenterologen bestritten wird. Sie berücksichtigen nicht die Abhängigkeit der magensaftresistenten Pankreasenzyme von einem sauren Magenmilieu.

Allergische Erscheinungen:

Die Aufnahme ausreichender Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink und Vitamin B 6 ist für "pankreasschwache" Patienten von besonderer Bedeutung, da eine Unterversorgung die Bildung des Enzyms "Histaminase" nach sich ziehen kann, wodurch das biogene Amin "Histamin" nicht in ausreichendem Maße unterdrückt werden kann. In der Folge kann es daher zu Histaminvergiftungen kommen, die irrtümlich als Nahrungsmittelallergien fehlgedeutet werden. Histamin in hoher Konzentration kann daher zu Übelkeit, Atemnot, Hauterscheinungen, Schwitzen, Herzklopfen und Kopfschmerzen führen. Hauterscheinungen können sich im Bereich des Gesichts zeigen, aber auch als Hautjucken am ganzen Körper darstellen.
Neben anderen Einflüssen wie "freie Radikale", Substanzen, die den Körper zu Abwehrreaktionen veranlassen "Xenobiotika", Nahrungsmsittelzusätze wie "Farbstoffe", bestimmte Medikamente "Schleimlöser, Antirheumatika, Antidepressivum, Schmerzmittel, Magen-Darm-Mittel, Asthma- und Herz-Kreislauf-Mittel" u.a., vor allem aber "histaminreiche Lebensmittel" können krankhafte Reaktionen auslösen. Nicht zu vergessen ist eine erhöhte Freisetzung von Histamin durch allergische Reaktionen vom Sofort-Typ (Pollen).

Hemmend für die sogenannte Diaminoxydase (syntetische Histaminase), also dem Unterdrückungsfaktor von Histamin kann auch eine Magen-Darm-Störung (Dysbiose) sein, was besonders bei Pilzerkrankung (Candidose) und Wurmbefall (Parasitose) zu befürchten ist.
Ein chronisch entzündlicher Darm (Enteropathie) mit nachfolgender Selbstvergiftung (intestinale Autointoxikation) hat hierbei einen entscheidend negativen Einfluß.

Neben den bereits genannten Mikronährstoffen (Magnesium ,Zink und Vitamin B 6 ) wirkt sich auch ein Kupferdefizit ebenso nachteilig auf die Histaminaseproduktivität aus wie Vitamin C-Mangel.

Bei unzureichender Verdauungsleistung kommt es stets zu Fehlverdauungsprozessen (Gärung und Fäulnis) und damit zur Hemmung vom Histamin abbauenden Enzym Histaminase.






Histaminreiche Nahrungsmittel

Histaminreiche Nahrungsmittel, die bei vorliegenden Symptomen erst mal 3 Monate zu meiden wären, sind:

Fleischwaren wie
Salami, Hackfleisch, Mettwurst, Leberwurst;

Fischwaren wie
Mariniertes, Essig-Mariniertes, Konserven, Gesalzenes, Rollmops;

Käse wie
Emmentaler, Parmesan, Camenbert, Gouda (alt), Rohmilch-Käse, Cheddar, Edamer, Harzer;

Gemüse wie
Spinat, Tomaten, Auberginen, Avocado, Sauerkraut;

Obst wie
Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen, die jedoch viel Vit. B 6 haben, wonach abzuwägen wäre, Kiwi;

Sonstiges:
Nüsse, Soja, Fastfood, Aufgewärmtes, Rotwein, Alkohol.

Gegessen werden können:
Butterkäse, Quark, Schafskäse, Tilsiter, Frischkäse, Brot möglichst ohne Hefe, Backwaren ohne Backpulver

Im übrigen ist es notwendig zu beachten:
- Viel trinken (30 ml Wasser pro kg Körpergewicht tgl.), dazu 1/4 TL Meersalz pro Liter Wasser,
- Genügend Vitamin B 6 aufnehmen (Kartoffel, Linsen, Vollkornbrot, Huhn, Fisch, Eier),
- eiweißhaltige Speisen im Kühlschrank luftdicht verschlossen aufbewahren,
- Vit. B 6 evtl. in Kapselform aufnehmen (z.B. in Vit.-B-Komplex von "Doppelherz" reichlich enthalten),
- auch Magnesium und Zink sind wichtig.

Nach der Vierteljahresspanne können wieder geringe Mengen dieser Lebensmittel in den Speiseplan eingebaut werden.

Da auch Wasser, in ausreichender Menge getrunken, ein natürliches Antihistaminikum ist, sollte auch aus weiteren Gründen darauf geachtet werden, dieses wichtige Nahrungsmittel nicht zu unterschätzen.


Speiseplan

Um einen Speiseplan ins Visier zu nehmen, sind zunächst einige Kriterien zu beachten.
Bei sensiblem Magen (Völle-, Schmerz-, Übelkeitsgefühl , evtl. auch Sodbrennen und Aufstoßen, nicht zuletzt bei Säuresensibilität )könnte die nachfolgend spezifizierte, auf persönlicher Erfahrungsgrundlage basierende, Ernährung eine Richtschnur sein, vor allem, wenn auch Histaminintoleranz zu beachten ist. Dazu kann u. U. auch eine starke Blähungsneigung kommen.
Zwar ist eine Blähungsneigung mehr einer Darmempfindlichkeit zuzurechnen, die auch mit Durchfall und Verstopfung, evtl. im Wechsel, einhergeht, doch ist eine Mischtypisierung durchaus denkbar. Was eine ausgesprochen reine Darmempfindlichkeit angeht, müßten sich potentielle Patienten auf eigene Erfahrungen einstellen. Dies gilt auch für anderweitige Mischtypen.
Es kommt aber stets darauf an, weder zuviel Eiweiß noch zuviel Kohlehydrate oder Fette in einer Mahlzeit zu verzehren. Vielmehr sollte die Mischung ausgewogen sein, wenn nicht gar darauf zu achten ist, daß überhaupt nur wenig Eiweiß verzehrt wird, weil ein gleichzeitiger Mangel an Ballaststoffen die Folge haben kann, daß das Eiweiß den Dünndarm vorzeitig verläßt und in den Dickdarm weitertransportiert wird, wo es nichts zu suchen hat. Denn die Dickdarmbakterien haben die ausschließliche Aufgabe Ballaststoffe zu bearbeiten. Wird dies ignoriert, müssen sich die Darmdarmbakterien an die ihnen fremde Arbeit machen und Eiweiß(fremdkörper) verdauen, was zu Blähungen führen kann, wodurch möglicherweise Giftgase entstehen, die ins Blut gelangen und krankhafte Folgewirkungen auszulösen vermögen.

Möglicher Speiseplan nach 20-jähriger Erfahrung bei Neigung zu
- Völlegefühl,
- Säuresensibilität,
- Blähungen,
- Histaminintoleranz:

I. Nach dem frühmorgendlichen Aufstehen (nüchtern)
- Natriumhydrogencarbonat (Nephrotrans = 0,5 mg oder bicaNorm = 1 g) mit 250 ml Wasser,
1/2 Stunde später
- weitere 250 - 500 ml Wasser.
Mit der Aufnahme von Wasser 30 Minuten vor einer Mahlzeit können die übrigen Nährstoffe besser verwertet werden.

II. Frühstück
- vor dem 1. Bissen 1 Nephrotrans oder bicaNorm je nach Säureanteilen ,
- Obst (Banane oder Trockenobst),
- nach dem 1. Bissen (Brot aus hochausgemahlenem Mehl - 1150 bei Roggen oder 1050 bei Weizen - , Vollwertmargarine und Schnittkäse) 1 Kapsel Kreon 25.000, die 2. Kapsel in der Mitte des zu verzehrenden Ganzen mit Kräutertee (Fenchel, Kümmel, Anis) aufnehmen.
Die beiden Kapseln sind für 25 g Fett veranschlagt.

III.Nach 2 1/2 Stunden 250 ml Wasser trinken plus Magnesium schlucken.

IV. 2. Frühstück (4 Stunden nach dem 1. Frühstück, um einen regulären Verdauungsvorgang zu gewährleisten),
Süßes Obst (Banane, Feigen oder Datteln), möglichst ohne Medikamente, denn die ausschließliche Aufnahme von Kohlehydraten bewirkt, daß der Mundspeichel für eine Vorverdauung sorgt.

V. Mittagessen
Da Obst relativ rasch verdaut wird, kann bereits nach 2 Stunden zu Mittag gegessen werden.
- 1/2 Stunde vor dem Essen wieder 250 ml Wasser aufnehmen. Der Wasserkonsum richtet sich nach dem individuellen Körpergewicht (30 ml pro kg täglich).
- Die Medikamenten-Einnahme erfolgt in der Weise wie zum Frühstück geschildert.
- Gedünstetes Gemüse, Kartoffel, wenig Fleisch oder Fisch; das Fett ist erst nach dem Garvorgang auf die Speisen zu geben, da sonst ungünstige Fettsäureumwandlungen stattfinden, abgesehen von der besseren Verdaulichkeit. Bei Unverträglichkeit von Öl auf dieses verzichten und Butter bezw. Margarine (Vollwert) verwenden. Dann Vitamin-E-Mangel durch Substituierung ausgleichen.
Fleisch sollte nur als "weißes" Fleisch (Geflügel) verzehrt werden. Auf Kohl (blähungsfreudig) sollte ebenso verzichtet werden wie auf Zwiebel und dergleichen. Wenn Kohl, dann mit Natron kochen. Paprika sollten vor dem Dünsten enthäutet werden, Kartoffel nicht als Pellkartoffel anrichten; besser verträglich sind Salzkartoffel. Wenn Pellmänner, dann unbedingt halbieren.
- Nach dem Essen 1/2 Stunde ruhen (wenn möglich), um die Verdauung zu optimieren.

VI. Nach 2 1/2 Stunden wieder Wasser trinken und Magnesium aufnehmen.

VII. 4 Stunden nach dem Mittagessen eine kleine Zwischenmahlzeit mit Obst.

VIII. Nach weiteren 1 - 2 Stunden Abendessen, aber vorher Wasser trinken, wie gehabt.

IX. Abendessen
Ablauf mit Medizin wie oben. Keine schwere Mahlzeit mehr einnehmen, kein Obst, kein Gemüse, keine Vollkornprodukte.
Leicht verdauliches Weizenbrot, evtl. sogar mit Vollkornanteilen, kein Roggen, da zu schwer, mit Butter, Weißkäse und beruhigendem Abend-Tee.

X. Vor dem Schlafengehen
Magnesium aufnehmen, da zu diesem Zeitpunkt eine gute Resorption erfolgt.

Saure Nahrung (Südfrüchte usw., aber auch Äpfel und dergl.) müssen vorher gepuffert werden. Auf Milch und Obstsäfte sollte verzichtet werden, da mit verheerenden Folgen gerechnet werden muß, z.B. Gastritis bei Säften, denn für sie gibt es keine Enzyme, vor allem wenn Saft alleine konsumiert wird.
Kaffee, Tee und Alkohol sind kontraproduktiv für eine kranke Bauchspeicheldrüse und nicht nur für diese. Falls doch, muß mit der doppelten Menge Wasser kompensiert werden. Pro Liter Wasser ist 1/4 TL Meersalz erforderlich, um Wasser im Körper halten zu können.

Alternativen für eine ausgewogene leichte Vollkost am Mittag:
Karotten, Haferflocken (25 Minuten kochen); Nudel aus Hartweizengries evtl. gemischt mit Vollkornnudeln; Kartoffelpuffer mit Kartoffelmehl anrichten, nicht mit Vollkornmehl, evtl.geriebenen, gedünsteten Apfel essen; nicht dazu, sondern vorher, da Obst zusammen mit anderen Nahrungsbestandteilen leicht gärt, weil es schneller verdaut wird und deswegen zu Störungen führen kann.

Wenn Mehlpfannenkuchen, dann Mehl vorher einweichen wie übrigens auch Trockenobst. Wenigstens 550er Mehl verwenden.
Reisbrei mit Vollkornreisflocken kann neben Hafer- oder Griesbrei eine gute Abwechslung sein. Hafer und Gries aber 20-25 Minuten kochen.

Bei Fleisch und Wurstwaren darauf achten, daß kein Nitritpökelsalz verarbeitet wurde.

Histamingefährdete sollten überwiegend tiefgefrorene Fleisch- und Fischwaren verwenden. Auf keinen Fall aufgewärmtes Nahrungsgut verzehren.

Jeder Bissen sollte 30 mal gekaut werden. Alles ausschmecken, auf der Zunge vergehen lassen. Schlecht gekaute Nahrung kann an keiner Stelle des Verdauungsschlauches mehr aufgeschlossen werden, sodaß u.U. Beschwerden resultieren.

Abends nicht erheblich nach 18.00 Uhr speisen. Zur Sommerzeit 1 Stunde später.

Kochzeiten für
- Getreide-Mehl (Brei) 15-20 Minuten
- Getreideschrot je nach Größe 30-45 Minuten
- Größere Getreideflocken (Hafer, Gerste, Weizen) 30 MInuten
- Vollkornnudel 20-25 Minuten
- Getreidekörner (Dinkel, Weizen) 45 Minuten
- Gries (Weichweizen) 20-25 Minuten .
- Instantflocken 10-20 Minuten.


Schlußbetrachtung

Um die Problematik noch einmal knapp vor Augen zu führen, gebe ich hiermit einen kurzen Schriftwechsel wieder, den ich mit der Monatszeitschrift "Naturarzt" geführt habe, wobei es um einen ursächlichen Beitrag des angesehenen Arztes Dr. med. Schmiedel ging, der in der Ausgabe 9/2005 titelte "Wenn das Essen wie Blei im Magen liegt".
Mein Leserbrief an den Naturarzt zum Thema "Bauchspeicheldrüsenschwäche" lautete:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
da ich nicht davon ausgehe, daß Sie diesen Leserbrief veröffentlichen werden, bitte ich Sie, nachfolgenden Beitrag im Interesse der Sache an Herrn Dr. Schmiedel weiterzureichen.

Herr Dr. Schmiedel führt u.a. aus:
"Wenn aufgrund der klinischen Symptomatik ein begründeter Verdacht besteht, kann der Stuhl auf das Enzym Pankreas Elastase 1 untersucht werden. Dies ist ein Marker für die gesamte Enzymproduktion. Ist der Gehalt im Stuhl hoch, können Sie davon ausgehen, daß alle anderen Enzyme auch in der benötigten Menge freigesetzt werden...
In der Routinediagnostik ist die einmalige Untersuchung auf Pankreas-Elastase 1 ein zuverlässiger Test zum Erkennen einer Bauchspeicheldrüsenschwäche."

Diese Annahme, die auf einem Skript des Labors "Ganzimmun" über "Störungen der Bauchspeicheldrüsenfunktion" zu beruhen scheint, ist leider falsch, jedenfalls was eine zuverlässige Diagnose hinsichtlich seiner geringen oder mittleren Bauchspeicheldrüsenschwäche angeht, bei der nur ein relativ kleiner Bruchteil der Enzymproduktion verloren gegangen ist, also einer so von Dr. Sommer, München bezeichneten "Dysfunktion exokriner Pankreas". Anders ist es bei einem Ausfall von 90%, bei der der Marker voll greift.
Dies wird auch von "Ganzimmun" beschrieben, indem eingeräumt wird, "bei leichteren Fällen sei die Diagnose schwieriger".

Meine Stellungnahme ergibt sich zunächst aus einer an 2.000 von Dr. Sommer u.A. durchgeführten Untersuchungen (Der Kassenarzt 29/30/96), aber auch persönlicher Erfahrung.
Um eine "Dysfunktion", also eine mindere Schwäche zu diagnostizieren, kommt es vielmehr darauf an, drei Proben von möglichst drei aufeinanderfolgenden Tagen zu untersuchen, weil die Funktionsschwäche Schwankungen unterliegen kann, weswegen u.U. sogar zu anderen Zeitpunkten wiederholt untersucht werden muß.
Die von Dr. S. vorgenommenen mikroskopischen Untersuchungen beliefen sich auf unverdaute Nahrung, Messung der Chymotrypsin-B-Konzentration, der pankreatischen Elastase 1, von Alpha 1-Antitrypsin, der ph-Werte und der quantitativen Fettausscheidung, aber auch dem Pankreoauryltest im Serum sowie der Darmflora, wonach festgestellt wurde, daß der Pankreoauryltest keine Aussagekraft hat.
Nach diesen Untersuchungen zeigte die Bestimmung der pankreatischen Elastase 1 alleine in 85 von 100 Fällen eine Funktionsschwäche nicht an. Deshalb konnten Dyspepsiepatienten bislang weder durch Stimulationstests noch durch die Bestimmung von Elastase 1 oder Chymotripsin alleine als organisch Kranke identifiziert werden und die allein durchgeführte Nahrungsausnutzungsuntersuchung erbrachte deshalb auch keine Hinweise, da immer nur eine Probe untersucht wurde, heißt es in dem o.a. Beitrag von Dr. S.

Da ich selbst Patient von Dr. S. war und seit ca. 15 Jahren unter "Dysfunktion exokriner Pankreas" leide, wegen der Komplexität zwangsläufig experimentieren muß und gelegentlich versuche, im Interesse anderer Patienten einen bescheidenen Beitrag zu leisten (s. Natur & Heilen 9/2004), kann ich das o.a. Untersuchungsergebnis nur bestätigen. Meine Elastase 1-Werte waren von allem Anfang an normal und sind nach zwischenzeitlichen Untersuchungen bis zum heutigen Tage unverändert geblieben. Trotzdem kann ich nur mit der Substitution von Verdauungsenzymen, aber auch Natriumhydrogencarbonat und Magnesium existieren. Daneben ist zu berücksichtigen, daß im Laufe der Zeit weitere Symptomkomplexe hinzukommen können, die allgemein als Reizdarmsyndrom umschrieben werden, denn die Beeinträchtigung der Pankreas gilt mit Magen, Leber, Galle und Darm bekanntlich als eine Einheit im Verdauungsgeschehen.

Dr. Schmiedels Darstellung leidet mithin unter der ungenügenden Differenzierung von "Dysfunktion" einerseits und "Insuffizienz" andererseits, was in diesem Fall kein Wortspiel ist, also qualitativ und quantitativ unregelmäßiger Enzymproduktion = Dysfunktion und 90% Ausfall = Insuffizienz. Es genügt daher auch nicht, die Bewertung der Pankreas-Elastase 1 in 3 Stufen darzustellen, als gäbe es nur diese Differenzierung, weil selbst bei einem normalen Wert der Pankreas-Elaste 1 eine Dysfunktion vorliegen kann, wie übrige Parameter ausweisen können.

Herr Dr. Schmiedel führt weiter aus, "in der Regel bleibe die Substitution von magensaftresistentem Natriumhydrogencarbonat nur den wirklich schweren Formen der Pankreasinsuffizienz vorbehalten".
Auch dies ist nach meinen Erkenntnissen leider unrichtig.
Abgesehen davon, daß der Nahrungsbrei aus dem Magen nur dann weitertransportiert wird, wenn im Zwölffingerdarm ein basisches Milieu vorherrscht, wäre es aus meiner Sicht, unabhängig davon, ob eine leichte oder schwere Beeinträchtigung (besser: Dysfunktion bezw. Insuffizienz) vorliegt, anzuraten, stets, wenn auch differenziert, zu puffern, und zwar umso mehr, je saurer die Nahrungszufuhr ist. Nur so kann erreicht werden, daß das Körpergewicht auf gleichem Niveau gehalten werden kann und darüber hinaus dyspeptische Beschwerden im Zaun gehalten werden können.

Da im übrigen Magnesium, wie bekannt, an 300 biochemischen Reaktionen im Verdauungsprozeß beteiligt ist, speziell aber auch die Aktivität der Enzyme im Darm zu steigern vermag und bei Dysfunktion häufig oder nur unzureichend von der Pankreas sezerniert wird (Dr. Sommer in Offenlegungsschrift DE 4332985 A 1 v. 30.3.95), erscheint es auch sinnvoll, zusätzlich Magnesium zu substituieren, nicht aber erst dann, wie Dr. Schmiedel meint, wenn die Verdauung optimiert wurde. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit kann sie sich erst dann eingependelt haben, wenn auch dies berücksichtigt wurde. Es ist daher auch nicht einsichtig, wie Dr. Schmiedel glaubt, daß dies nur für eine bestimmte Zeit notwendig sei.
Der potentielle Patient würde diese Unterlassung u.U. mit subjektiv unerklärlichen Körperreaktionen registrieren.

Im Interesse der zuhauf Betroffenen, die unter bislang unerklärlichen Verdauungsbelastungen stehen, würde ich mir wünschen, den geneigten Lesern des "Naturarztes" die Möglichkeit zu geben, diese Informationen aufnehmen zu können, gleich in welcher Form.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Schmidt"


Herr Dr. Schmiedel war sich daraufhin nicht zu schade, mir einen Antwortbrief zu schreiben, dessen Inhalt ich hier aus Diskretion nicht widergebe.
Entsprechend dieser noblen Haltung hat auch der "Naturarzt" reagiert und meinen Leserbrief samt der Kurz-Antwort von Dr. Schmiedel im Leserforum wie folgt quittiert:

Bauchspeicheldrüsenschwäche Naturarzt 9/2005
Dr. Schmiedel schreibt: "In der Routinediagnostik ist die einmalige Untersuchung auf Pankreas-Elastase 1 ein zuverlässiger Test zum Erkennen der Bauchspeicheldrüsenschwäche." Diese Annahme ist leider falsch, wie meine eigenen Erfahrungen, aber auch die Ergebnisse von Dr. Sommer (siehe "Der Kassenarzt", 29-30/1996) zeigen.
Erstens müssen drei Proben möglichst an aufeinanderfolgenden Tagen genommen werden. Zweitens kann trotz normaler Werte für Elastase 1 eine Dysfunktion bestehen, die sich nur durch Gabe von Verdauungsenzymen ausgleichen läßt. Sonst können im Laufe der Zeit Symptome auftreten, die allgemein als Reizdarmsyndrom beschrieben werden.
Kurt Schmidt
60431 Frankfurt

Antwort des Autors:
Auch ich sehe gelegentlich, daß Patienten mit noch normalen Pankreas-Elastase-Werten (z.B. knapp über 200 mg/g von einer Enzymtherapie profitieren. Dann finde ich aber in der Stuhluntersuchung auch Hinweise auf eine Fettverdauungsstörung, und der Patient gibt dies anamnestisch auch an (z.B. fette Speisen werden schlecht vertragen). Menschen dagegen, die hohe Pankreas-Elastase-Werte haben und bei denen sich keine Fette im Stuhl nachweisen lassen, profitieren nach meiner Erfahrung nicht von Enzymen.

Es reicht also nicht, einen einzelnen Laborwert zu betrachten. Den Test halte ich für zuverlässig, aber er stellt nur einen Baustein im ganzheitlichen Puzzle dar.

Dr. med. Volker Schmiedel"
-oOo-
Mit dieser Betrachtung schließe ich meine Ausführungen und wünsche allen Betroffenen viel Erfolg bei ihren womöglich neuen Erkenntnissen zur Bekämpfung ihres Leidens, aber auch allen interessierten Ärzten einen besseren Durchblick.

Frankfurt am Main, im Januar 2006


Literatur:

- Offenlegungsschrift zur Deutschen Patentanmeldung DE 4332985, Az.: P 4332985.3 von Dr. Konrad Peter Maria Sommer;
- Diagnostik und Therapie akuter chronisch entzündlicher Pankreaserkrankungen von Prof. Ulrich R. Fölsch et.al;
- Dyspepsie, Kolitis und Morbus Crohn haben einen gemeinsamen organaischen Befund von P.K.M. Sommer, R. Dirscherl, W.-D. Hohndorf, P.S. Krehan, A. Märzacker, M. Arnold, B. Schottdorf in "Der Kassenarzt 29-30/96";
- Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse- Ernährungsratgeber für Betroffene, Solvay Arzneimittel GmbH, 30002 Hannover;
- Störungen der Bauchspeicheldrüse, Skript von "Ganzimmun", Hans-Böckler-Str.109, 55128 Mainz;
- Droge Wohlstandskost - Chronisch krank durch Fehlernährung von Dr. med. Klaus Jürgen Mielke;
- Histaminintoleranz von Thilo Schleip;
- Histaminintoleranz von Dr. Harald Stosier in Erfahrungsheilkunde Bd. 52, 8, 2003;
- Sie sind nicht krank, Sie sind durstig von Dr. med. F. Batmanghelidj.



PS.: Rückfragen beantworte ich gerne über das Forum "Natur & Heilen".


Aktualisierung zur "Schlechten Verdauung" am 4.4.08
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Dr. Peter K.M. Sommer berichtet in dem Skriptum des Instituts für Stoffwechselforschung über "Dysfunktion exokriner Pankreas", die organische Ursache der dyspeptischen Erkrankungen.
Die Darstellungen schließen an meine obigen Ausführungen an. Es sind erwähnenswerte Änderungen und Neubetrachtungen festzustellen, die ich hiermit nutze, um gleichfalls zu einer Abrundung eines aktuellen Gesamtbildes beizutragen.

1. Diagnose
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Nach Bereitstellung des Testes auf "Pankreas-Elastase 1" ist nun gewährleistet, daß 3 Stuhlproben von 3 aufeinander folgenden Tagen eindeutige Ergebnisse liefern (Sensitivität von 100%). Eine mehrmalige Wiederholung entfällt damit!
Es ist jedoch erforderlich, daß am Tage vor der 1. Stuhlprobe und in den Tagen danach eine gemischte Kost aufgenommen wird, auch wenn sie unverträglich ist.

Wichtiges Erfordernis für eine erfolgreiche Stuhluntersuchung ist die Verwendung einer "Sudanfärbung", nicht aber einer "Nilblausulfatfärbung" durch das Labor.

2. Magnesium
____________

Da nur 1% des Gesamtkörpermagnesiumbestandes im Blut zirkuliert, kann ein Magnesium-Mangel durch Blutanalysen oft nicht erkannt werden. Verbindlich ist nur die Bestimmung im 24-Stunden-Urin und 24-Stunden-Stuhl aus mehreren Proben.

Ob eine Substitution nötig wird oder nicht, hängt vom Behandlungserfolg mit Pankreatin, 1 g Bikarbonat und Magnesium ab. Wichtig dabei ist, ausreichend hoch zu dosieren.

3. Therapie
_________

Entgegen einer früheren Aussage, Enzyme nach dem 1. Bissen und weiter notwendige bis zur Hälfte des Essens einzunehmen, hält Dr. S. nunmehr den folgenden Zeitpunkt für richtig:

"Die Enzyme müssen stets vor der Nahrungsaufnahme eingenommen werden. Jede Kapsel soll mit je 10 Schlucken Flüssigkeit eingenommen werden. Sind mehr als 2 Kapseln erforderlich, müssen die weiteren während des Essens eingenommen werden mit je 5 Schlucken Wasser."
Es sollte sich um magensaftresistente Produkte handeln.

Ob die Enzyme verträglich sind - ein ausschlaggebendes Kriterium für den Behandlungserfolg - kann nach einer früheren Aussage Dr. Sommer`s wie folgt festgestellt werden:
"Die ersten 3 Tage nur die Enzyme einnehmen, danach den Puffer und wieder 3 Tage später das Magnesium einnehmen".

Natriumhydrogencarbonat (Puffer, Bikarbonat, Natron)
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Während Dr. S. früher Kaisers`s-Natron verordnete, empfiehlt er jetzt magensaftresistentes Natriumhydrogencarbonat, was im Prinzip dasselbe ist, nur mit dem Unterschied, daß ein magensaftresistentes Produkt nicht zu einem Ungleichgewicht zwischen Magensäure und Basen führt.

Es heißt im Skript: "Obwohl unter der Therapie mit Enzymen und Bikarbonat in magensaftresistenter Form letztlich alle Speisen vertragen werden - entsprechend hohe Dosis vorausgesetzt -, sollten folgende Regeln Beachtung finden:
Keine eiskalten oder zu heißen Speisen oder Getränke konsumieren; wenig Säuren (wie Wein, saures Obst, Mineralwasser usw.) konsumieren; fette Speisen meiden; puffernde Nahrungsmittel wie Pürree, Nudeln, gekochte Kartoffel eher bevorzugen; sich zum Essen Zeit nehmen; nach dem Essen eine halbe Stunde sitzen bleiben, um dem Körper die Verdauung zu erleichtern und bei viel Schlaf regelmäßig für körperliche Bewegung an der frischen Luft sorgen."

Ob allerdings mit diesen Empfehlungen alleine alle Speisen vertragen werden, wie es heißt, wage ich füglich zu bezweifeln. So ist aus der naturheilkundlichen Medizin bekannt, daß es bei der Verdauung auf weitere Kriterien ankommt, etwa der nachlassenden Verdauungskraft mit fortschreitender Tageszeit, insbesondere abends und der Zusammensetzung der Speisen, wie sie aus der F.X. Mayr-Lehre bekannt sind, aber auch aus neueren Erkenntnissen (vergl. meine o.a. Hinweise u. Literaturangaben).
Wer diese Zusammenhänge nicht beachtet, dürfte sich mit einer akzeptablen Verdauung nach wie vor schwer tun.

Wenn Dr. S. in diesem Zusammenhang meint, es läge an der typischen qualitativ und quantitativ unterschiedlichen Produktionsfähigkeit von Bauchspeicheldrüsen-Enzymen, wäre dies noch zu beweisen. Berichte von Patienten alleine, auf die er hinweist, scheinen mir nicht genug zu sein, um hieraus die Folgerung ziehen zu können, es müßte nur tüchtig substituiert werden.

Es ist im übrigen von elementarer Bedeutung, daß die aufgenommene Nahrung gut eingespeichelt wird. Speziell Kohlenhydrate werden durch das Enzym "Ptyalin" im Mundspeichel wesentlich vorverdaut und können an keiner anderen Stelle des Verdauungstraktes nachgeholt werden, es sei denn unter Inkaufnahme dyspeptischer Beschwerden.

Richtig bleibt, wie Dr. S. hervorhebt, die Bedeutung der Verträglichkeit der einzelnen Pankreatin-, Bikarbonat- und Magnesiumpräparate, wobei er erkannt hat, daß die "Galenik", d.h. die Ummantelung das Zünglein an der Waage ist.
Vielleicht hat er auch deswegen natürlichere Produkte von Enzymen und Magnesium entwickeln lassen, als sie derzeit im Handel sind, wobei bemerkt werden muß, daß die Produktion von Enzymen zwischenzeitlich offenbar eingestellt wurde.

Wasser
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Durch die nach meinem persönlichen Speiseplan gegebene Empfehlung, 30 Minuten vor den Mahlzeiten Wasser zu trinken, wird nicht nur vermieden, daß sich konzentriertes Blut in den Gefäßen befindet, was verschiedene Nachteile haben kann, es wird auch erreicht, daß die Nahrung mit verdünntem Blut besser resorbiert (verwertet/aufgenommen) werden kann.
Darüber hinaus wird das adrenergene System mit anschließender Adrenalinproduktion und damit der Stoffwechsel aktiviert, wodurch auch die für "DEP-Patienten" bedeutende "hormonempfindliche Lipase", das Fettverbrennungs-Enzym, betroffen ist. Es sorgt für die Freisetzung von Energie aus den Fettspeichern im Körper. Dadurch müssen nicht Muskeln- und Proteinreserven zur Umwandlung von Energie aufgespalten werden. Ist hormonempfindliche Lipase im Blutkreislauf vorhanden, wirkt sie auch auf Cholesterin-Ablagerungen und sorgt dafür, daß diese kleiner werden und mit der Zeit verschwinden.

Dem(r) geneigten Leser(in) wünsche ich tiefgreifende Einsichten und gute Gesundheit.

Kurt Schmidt


Quellen:
1. "Ursache der Dyspepsie gefunden" von Dr. Peter K.M. Sommer, Institut für Stoffwechselforschung, Grünwald
2. "Wasser hilft" von Dr. F. Batmanghelidj.